Erstes Saisonspiel in der 2. Bundesliga endet mit bitterer Niederlage. Dortmunds Neuzugänge machen den Unterschied aus.

​​Der 1. FC Köln ist mit einer Heimspielniederlage in die neue Saison der 2. Bundesliga gestartet. Vor etwa 200 Zuschauern legen unsere Spieler einen guten Start hin und gehen als klarer Außenseiter zunächst sogar in Führung. Die durchweg spannende und hart umkämpfte Begegnung mit Borussia Dortmund geht letztlich jedoch 4:6 aus.

​Zu Beginn schickt Trainer Dirk Huber die bewährten Doppel aus der vergangenen Saison ins Rennen. Lennart Wehking und Robin Malessa spielen beeindruckend stark auf und bringen uns durch ihren 3:0-Erfolg schnell mit 1:0 in Führung.

Am Nebentisch stehen sich die Paarungen Thomas Brosig/Gianluca Walther und Erik Bottroff/Evgeny Fadeev gegenüber. Die Kölner geraten zunächst in Rückstand, erarbeiten sich durch zwei Satzgewinne in der Verlängerung allerdings eine 2:1-Führung. Doch am Ende setzt sich das Dortmunder Doppel mit 9:11 im Entscheidungssatz durch. Nach den Doppeln steht es somit 1:1.


Fantastischer Schlagabtausch in den ersten Einzeln

In der Einzelaufstellung der Kölner sucht man vergeblich nach unserem Kapitän Thomas Brosig. Björn Helbing erhält hier gemeinsam mit Lennart, Robin und Gianluca den Vorzug. Den Anfang in den Einzeln machen Lennart gegen Erik Bottroff und Robin gegen den Ungarn Adam Szudi. ​Robin müht sich mit Dortmunds Spitzenspieler ab. Nach großen Problemen und einer deutlichen Niederlage im ersten Satz, kommt Robin immer besser in Schwung. Es entwickelt sich ein Spiel auf Augenhöhe, doch in den entscheidenden Phasen fehlt dem Kölner das nötige Quäntchen Glück. Er verliert mit 0:3 (2:11, 11:13, 9:11).

Lennart hingegen legt einen fulminanten Start hin, geht gegen den 2,04m großen Hünen Bottroff mit 2:0 in Führung, doch dann folgt ein Leistungseinbruch. Lennart verliert den dritten Satz mit 0:11, die Höchsstrafe! Die Kölner Nummer eins kann den Tiefschlag aber schnell wegstecken und gleich im vierten Satz die Entscheidung erzwingen. Er gewinnt seine Partie mit 3:1 (11:7, 14:12, 0:11, 11:6) und sorgt so für den 2:2-Zwischenstand, mit dem es in die 15-minütige Pause geht. Die gezeigte Leistung aller Akteure des oberen Paarkreuzes macht defintiv Lust auf mehr. Großartige Ballwechsel gibt es phasenweise zu bestaunen.

Helbing gibt sein Debüt in der Liga

​Als nächstes betreten Gianluca und Björn die jeweilige Box: Gianluca bekommt es mit Evgeny Fadeev zu tun. Björn trifft auf Bence Majoros. Gianluca ist von Beginn an hellwach, setzt den 40-jährigen Routinier der Gäste so stark unter Druck und das soll sich auch bezahlt machen. Unser Youngster gewinnt den ersten Satz mit 11:9 und zwingt seinen Gegner durch eine erneute 6:3-Führung zu einer Auszeit. Doch die bringt nichts ein, Gianluca behält auch im zweiten Durchgang die Oberhand. Es folgt ein sehr guter Start in den dritten Satz. Doch die 5:1-Führung verpufft genauso schnell wieder. Nach zwei vergebenen Matchbällen zittert sich unsere Nummer drei letztlich in der Verlängerung zum verdienten Erfolg. Durch Walthers 3:0-Sieg (11:9, 11:8, 12:10) geht unser FC wieder in Führung.

Doch die Führung währt nicht lange. Am Nebentisch hat Björn große Probleme mit dem Aufschlagspiels seines Gegners und findet so nie selbst zu seinem eigenen Spiel. Dortmunds Ungar behält zudem seine Konstanz bei und sorgt so für Helbings 0:3-Niederlage (6:11, 7:11, 6:11). Dabei war Kölns Neuzugang mit großer Vorfreude in die Partie gegangen, schließlich ist es nicht nur sein Liga-Debüt als Geißbock, sondern es geht zu gleich auch noch gegen seinen Ex-Club. Schade, aber es bleibt keine Zeit, um den Kopf hängen zu lassen. Denn jetzt wird Björn schon wieder als Betreuer und Motivator gefordert.

Sein Mitspieler steht nämlich schon wieder am Tisch. Im Spitzeneinzel trifft Wehking auf Szudi. Es ist zwar ein von Beginn an sehr ansehnliches Spiel, doch die Spannung bleibt zunächst aus. Zu deutlich sind nämlich die ersten Satzergebnisse: 4:11 für Szudi, 11:6 für Wehking, 1:11 für Szudi. Im vierten Satz kommt dann aber die vermisste Dramatik auf. Lennart wehrt zunächst einen Matchball des Ungarn ab. Was für ein spektakulärer Ballwechsel! Darauf folgt erstmal ein Time-Out: "Ich will mich einfach noch länger über diesen Ballwechsel freuen", lautet seine anfängliche Begründung für die selbst gezogenen Auszeit. Mit der nötigen Lockerheit und einigen guten Tipps im Hinterkopf schreitet Lennart wieder zum Tisch zurück. Doch es nutzt nichts. Der Borusse triumphiert mit 13:15.

Malessa siegt über Bottroff

Robin erleidet beim 1:11 im ersten Satz gegen Bottroff einen erneuten Fehlstart. Doch er kämpft sich eindrucksvoll zurück und kann ausgleichen. Trotz großer Gegenwehr des Borussen wächst Robin weiter über sich hinaus und kann mit zwei weiteren Satzgewinnen aufhorchen lassen. 3:1 (1:11, 11:9, 11:8, 11:4) siegt Kölns Linkshänder letztlich über den früheren Erstligaspieler und die aktuelle Nummer 22 der deutschen Rangliste. Ein erstes Ausrufezeichen für die ihm bevorstehende Saison im oberen Paarkreuz der 2. Bundesliga!

Nun steht es 4:4 und die letzten beiden Partien des Tages stehen an. Doch die erhoffte Sensation bleibt aus. Björn gelingt auch in seinem zweiten Einzel gegen Fadeev kein Satzgewinn und verliert dementsprechend mit 0:3 (9:11, 5:11, 7:11). Gianluca kann seinen Mannschaftskollegen leider ebenfalls kein Lächeln mehr ins Gesicht zaubern. Er verliert in einem nervenaufreibenden Spiel gegen Majoros mit 2:3 (12:14, 11:9, 5:11, 11:7, 8:11).

​Somit ist nach insgesamt drei Stunden und 44 Minuten die erste Saisonniederlage unserer Mannschaft besiegelt. Mit hängenden Köpfen blicken unsere Spieler auf die Anzeigetafel, die Enttäuschung ist jedem Einzelnen anzusehen. "Es ist einfach bitter und total enttäuschend. Wir haben eine wirklich gute Mannschaftsleistung gezeigt, aber am Ende stehen wir ohne Punktgewinn da", resümiert Gianluca bereits kurz nach Spielende.

​Auswärtsspiel in Hilpoltstein

Eine Woche bleibt Trainer Huber, um seine Truppe wieder aufzurichten. Am Sonntag, den 11. September steht für den 1. FC Köln der 2. Spieltag an. Dann tritt das Kölner Quintett um 14 Uhr beim TV 1879 Hilpoltstein (Bayern) an. Gegen den Herbstmeister des vergangenen Jahres wird man wieder alles in die Waagschale werfen müssen, um die ersten Punkte der jungen Saison einfahren zu können.

​Daraufhin folgen zwei spielfreie Wochenenden in der 2. Bundesliga. Am Wochenende des 17./18. Septembers stehen die Landesranglisten an. Hier starten auch vier unserer Spieler. Für Thomas Brosig, Björn Helbing, Gianluca Walther und Robin Malessa geht es bei der WTTV-Endrangliste in Datteln um die Qualifikation für das Bundesranglistenfinale Top48 Ende Oktober in Hagen (Niedersachsen). Eine Woche später ruht der Spielbetrieb auf Bundesebene wegen der EM-Qualifikation.

​Am Tag der Deutschen Einheit, am Montag, den 3. Oktober, geht es dann endlich weiter in der 2. Bundesliga. Der 1. FC Köln empfängt den TTC Fortuna Passau. Bei unserem nächsten Heimspiel werden wir erneut in der großen Sporthalle des Apostelgymnasiums aufschlagen und hoffen dort auf eine ebenso zahlreiche und lautstarke Unterstützung wie am gestrigen Sonntag gegen den BVB.

Die Ergebnisse im Überblick

​Wehking/Malessa - Szudi/Majoros 3:0 (9, 6, 8)
​Walther/Brosig - Bottroff/Fadeev 2:3 (-4, 10, 10, -8, -9)

Wehking - Bottroff 3:1 (7, 12, -0, 6)
​Malessa - Szudi 0:3 (-2, -11, -9)
Walther - Fadeev 3:0 (9, 8, 10)
Helbing - Majoros 0:3 (-6, -7, -6)
Wehking - Szudi 1:3 (-4, 6, -1, -13)
​Malessa - Bottroff 3:1 (-1, 9, 8, 4)
​Walther - Majoros 2:3 (-12, 9, -5, 7, -8)
​Helbing - Fadeev 0:3 (-9, -5, -7)

​Spiele 4:6, Sätze: 17:20, Bälle: 320:367


Fotos: Jan Stippich
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