Das Zweitliga-Team des 1. FC Köln hat seinen Negativlauf gestoppt: Nach drei Niederlagen aus drei Spielen im Februar haben die Geißböcke am Sonntag das Derby gegen den TTC indeland Jülich für sich entschieden. In der Ausweichhalle der Gesamtschule Wasseramselweg in Vogelsang holten die Kölner einen Erfolg in einer dramatischen Partie über knapp dreieinhalb Stunden Spielzeit. In der hatten die Gastgeber einen 0:2-Rückstand aus den Doppeln in ein 6:4 gedreht. Die beiden Punkte aus dem Derby sind für den FC gleichbedeutend mit einem Befreiungsschlag im Kampf um den Ligaverbleib: Mit nun 15:13 Punkten sprang das Team um Spitzenspieler Florian Bluhm vor auf den dritten Tabellenplatz, hat aber weiterhin gerade mal drei Zähler Vorsprung auf die Abstiegsplätze, weil auch die Konkurrenz im Tabellenkeller kräftig punktete. „Wir hatten uns für heute sehr viel vorgenommen“, sagte FC-Spieler Lleyton Ullmann nach dem Jülich-Spiel. „Dementsprechend glücklich sind wir, dass wir gewonnen haben.“
Dabei hatte das Duell mit dem rheinischen Rivalen ernüchternd begonnen. Köln, das erneut mit dem jungen Japaner Tomoki Omoda angetreten war, startete mit zwei Doppel-Niederlagen in den Nachmittag. Omoda/Ullmann reichten gegen Robin Devos/Barry Berben nicht an ihr Leistungslimit heran und verloren überraschend glatt (0:3). Gianluca Walther/Mike Hollo spielten am Nebentisch besser – und verloren ihrerseits knapp (2:3). Das Spiel war noch keine Stunde alt – und der Druck auf den FC war bei einem 0:2-Rückstand bereits stark angewachsen. „Nach dem schlechten Start wussten wir, dass wir in den Einzeln mehr machen müssen“, sagte Ullmann. Und das taten die Geißböcke.
Die beiden tagesbesten Kölner leiteten die Wende ein: Bluhm rang Robin Devos in fünf Sätzen nieder, nebenan besiegte Omoda dessen Bruder, den belgischen Paralympics-Sieger Laurens Devos, ebenfalls nach 1:2-Satzrückstand in fünf Sätzen. Spätestens als auch noch Mike Hollo, der eine Schulterverletzung auskuriert hatte, gegen Berben einen weiteren Fünf-Satz-Erfolg nachlegte, hatte Köln das Momentum auf seiner Seite. Daran änderte auch nichts, dass Ullmann nach starker Vorstellung und 2:0-Satzführung gegen den Niederländer Kas von Oost verlor.
Im zweiten Einzeldurchlauf wiederholten sich die Dinge – wenngleich es die Kölner diesmal am oberen Paarkreuz deutlich machten. Mit ihren vorherigen Einzelerfolgen im Rücken deklassierten Bluhm und Omoda, der sein bestes Spiel im Kölner Trikot machte, die Devos-Brüder diesmal jeweils in drei glatten Sätzen. „Das obere Paarkreuz hat heute sehr stark performt“, lobte Ullmann seine Mannschaftskollegen, die das untere Paarkreuz mit einer 5:3-Führung in die finalen Einzel des Tages schickten.
Und hier machte es der FC spannend. Nach der Niederlage von Comebacker Hollo gegen den erneut starken van Oost war es an Ullmann, den Gesamtsieg für seine Farben perfekt zu machen. Der Deutsche Jugendmeister, dem tags zuvor in der Kölner Regionalliga-Mannschaft schon ein bemerkenswerter Erfolg gegen den langjährige Zweitliga-Topspieler Erik Bottroff von Borussia Dortmund gelungen war, stellte seine starke Form auch unter Druck unter Beweis. Gegen Berben holte Ullmann einen letztlich ungefährdeten Vier-Satz-Sieg – und damit den Sieg für seine Mannschaft.
Come on, FC!
Foto: Marcel Mundt
Die einzelnen Ergebnisse im Überblick:
Tomoki Omoda/Lleyton Ullmann – Robin Devos/Barry Berben 0:3 (10:12, 7:11, 9:11)
Mike Hollo/Gianluca Walther – Laurens Devos/Kas van Oost 2:3 (11:4, 8:11, 11:9, 6:11, 6:11)
Florian Bluhm – Robin Devos 3:2 (8:11, 11:5, 9:11, 11:6, 11:8)
Tomoki Omoda – Laurens Devos 3:2 (5:11, 11:4, 9:11, 11:2, 11:7)
Mike Hollo – Barry Berben 3:2 (11:9, 11:5, 8:11, 9:11, 11:9)
Lleyton Ullmann – Kas van Oost 2:3 (11:9, 11:3, 8:11, 6:11, 4:11)
Florian Bluhm – Laurens Devos 3:0 (11:1, 11:7, 11:4)
Tomoki Omoda – Robin Devos 3:0 (11:3, 11:6, 11:6)
Mike Hollo – Kas van Oost 1:3 (8:11, 11:8, 11:13, 8:11)
Lleyton Ullmann – Barry Berben 3:1 (11:8, 10:12, 12:10, 11:5)









