Ihr Engagement ist ein wertvoller Teil des FC. Sie geben unserer Abteilung eine Identität und beschenken die FC-Familie mit dem Kostbarsten, was sie haben – ihrer Zeit, ihrem Herzen und ihrer tatkräftigen Unterstützung. Dennoch bleiben sie oft unsichtbar. Das wollen wir ändern. Wir wollen unsere Ehrenamtlichen ins Rampenlicht holen, damit sie die Wertschätzung erfahren können, die sie verdienen.

In diesem Monat wollen wir uns bei Bagher Mortazavi für sein drei Jahrzehnte langes ehrenamtliches Engagement bei unserem 1. FC Köln bedanken. Gleichzeitig sagen wir „Happy Birthday Bagher zum 75. Geburtstag“.

Die Begeisterung fürs Tischtennis fand Bagher in der 8. Klasse. In seiner Schule im Iran gab es eine Tischtennisplatte, auf welcher er immer mit den älteren Kindern gespielt hat. „Es war eher ein paar Bälle übers Netz spielen als Tischtennis“, sagt Bagher mit einem Lachen. Den Tischtennissport verfolgte Bagher auch in Deutschland, denn seine beiden Söhne Denis und Jaschar kämpften sich beim Pulheimer SC bis in die Jugend Verbandsliga vor (die höchste Spielklasse in dieser Alterstufe). 


Die Beziehung zum 1.FC Köln

Bis Bagher selber zum Schläger griff, dauerte es allerdings noch ein wenig. Seine Pläne in Deutschland waren erst einmal andere. Im Jahr 1975 absolvierte Bagher erfolgreich sein Maschienenbaustudium. Nach einigen Jahren in der Berufswelt, machte er sich 1984 mit seiner eigenen Druckerei in Köln selbständig. Nach einiger Zeit hatte er bereits einen nennenswerten Kunden: Den 1. Fußballclub Köln! Regelmäßig unterstütze er den FC mit dem Druck von Plakaten und Stadionflyern. Bereits zur damaligen Zeit war auf Bagher vor allem in Notsituationen verlass und so druckte er für den damaligen FC-Geschäftsführer Wolfgang Schänzler die ganze Nacht hindurch Stadionflyer für den nächsten Spieltag. Seit dieser Zeit besuchte er die FC-Heimspiele regelmäßig. Beim Spiel des 1. FC Köln gegen Borussia Dortmund im Jahr 2016, durfte Bagher sogar in der Pause, zusammen mit dem damaligen FC-Präsidenten Werner Spinner, an den Spielfeldrand, um ein Interview über die ehrenamtliche Arbeit beim 1. FC Köln zu geben.
bagher_mortazavi_profil

Mit Ehrgeiz zum Ziel

Doch Bagher wollte mehr als nur FC-Mitglied sein. Er wollte mit dem Geißbock auf der Brust Sport machen und so entschied er sich dafür die Tischtennisabteilung des 1. FC Köln aufzusuchen. Um in einer Mannschaft spielen zu dürfen, musste er den damaligen 85-jährigen FC-Spieler Heinz Gengler in einem Tischtennismatch besiegen. Bagher verlor, doch ihn hatte der Ehrgeiz gepackt! „Richtig Tischtennisspielen habe ich nie gelernt, ich habe mir alles selber beigebracht.“ Tatkräftige Unterstützung suchte sich Bagher bei Kai Steinbach und Björn Redemann, welche ihn trainierten, bis der Zeitpunkt kam und Bagher Heinz Gengler besiegen konnte.
Mitte der 90er Jahre spielte Bagher gemeinsam mit Harry Böhme, Egon Weber, Hans Frank und Helmut Vollbach seine erste Saison.

Das verrückte Vereinsmaskottchen

Von diesem Moment an ist Bagher aus der Abteilung nicht mehr wegzudenken. „Meine Freunde sagen, ich sei ein verrückter Tischtennisspieler und das stimmt zu 100 Prozent.“ Für ihn war es wichtig jede FC-Mannschaft und jeden Mitspieler zu unterstützen und anzufeuern. Einen besonders schönen Moment beim FC gibt es für Bagher nicht; für ihn ist  „jedes gewonnene Spiel ein schöner Moment gewesen.“ Dennoch erinnert er sich vor allem gerne an die Saison 2009/10 und den damit verbundenen Aufstieg der 1. Herrenmannschaft aus der Regionalliga in die 2. Bundesliga zurück. Baghers Sohn, Denis Mortazavi, war fester Bestandteil der Aufstiegsmannschaft und so war auch Bagher bei jedem Saisonspiel mit dabei.

Kurz nach seinem Eintritt in den Verein wurde Bagher der Vertreter des Abteilungsleiters und ist bis heute im Vorstand der Tischtennisabteilung tätig. Besonders engagiert war und ist Bagher bei der Sponsorensuche. Mit seiner offenen Art konnte er bereits viele Unternehmen für die Tischtennisabteilung des FC begeistern. 

Darüber hinaus begleitete er die 1. Herrenmannschaft, als „Maskottchen und Teambetreuer“, wie er selber sagt, von der Oberliga bis in die 2. Bundesliga.
Seit einem Jahr darf sich Bagher zudem Ehrenmitglied des 1. FC Köln nennen.

Überlebenshilfe Tischtennis

Doch auch Bagher musste Rückschläge hinnehmen. Im Jahr 2014 benötigte er eine Knochenmarktransplantation und musste in einer schwierigen Zeit auf seine Familie, Freunde und Tischtennis verzichten. Doch Bagher blieb stark: „Selbst die Ärzte wussten irgendwann, was mein Ziel war. Ich wollte wieder zurück an die Tischtennisplatte und meine Enkel in den Arm nehmen. Der Tischtennissport war mir eine große Hilfe, um wieder gesund zu werden“ und auch, dass Bagher mit 75 Jahren immer noch so fit ist, schiebt er auf den Tischtennissport.

Kreativität ohne Grenzenbagher_tischtennis_zuhause

Umso schwieriger ist für ihn die aktuelle Situation ohne Tischtennis. Doch Bagher ist kreativ: Er organisierte sich bei seinem Nachbarn eine Tischtennisplatte und stellte diese im Wendekreis auf oder baute kurzer Hand seinen Wohnzimmertisch in eine Tischtennisplatte um. Dennoch hofft Bagher darauf schnellstmöglich wieder als Mannschaftsführer der 8. Herrenmannschaft mit seinen Freunden zusammen in der Tischtennishalle zu spielen.

Abschließend wünschen wir dir, lieber Bagher, nochmal alles Gute zum 75. Geburtstag und wir hoffen, dass du dem FC noch viele Jahre erhalten bleibst.

Danke für dein Engagement, Bagher!


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