Die Zwischenbilanz ist gut. Das Zweitliga-Team des 1. FC Köln startet als Tabellendritter der Hinrunde ins neue Jahr. Gerade einmal zwei Punkte beträgt der Rückstand der Geißböcke (11:7 Punkte) auf Spitzenreiter FSV Mainz 05. Zudem blieben die Kölner zum Ende des alten Jahres viermal in Folge ungeschlagen und holten dabei 7:1 Punkte. Und dennoch: Der Blick des FC richtet sich zum Start in die zweite Saisonhälfte nicht nach oben – sondern vorerst nach unten. „Wir wollen schnellstmöglich den Klassenerhalt schaffen“, sagt Teamchef und Abteilungsleiter Gianluca Walther. Was nach Understatement klingt, ist bei genauerer Betrachtung eine nüchterne Einschätzung der Lage. Das hat gleich mehrere Gründe.
Einer liegt bei den Kölnern selbst. Bekanntlich haben die Geißböcke ihr Team in der Winterpause umgebaut: Spitzenspieler Tom Jarvis zog es zum ASC Grünwettersbach [LINK], wo er in der TTBL zu Jahresbeginn bereits sein Debüt gegeben hat. Seinen ungeplanten Abgang kompensierte die sportliche Führung des FC mit der Verpflichtung gleich mehrerer Spieler. Hinter Florian Bluhm, der nach bisher starker Saison zur Rückrunde an die Spitzenposition rückt, reihen sich in der Kölner Aufstellung mit Tomoki Omoda, Yang Chia-An und Wang Chen-You gleich drei Winter-Neuzugänge ein. Vor allem der junge Japaner Omoda soll helfen, die große Lücke zu schließen, die der Abgang von Jarvis gerissen hat. „Aber Tomoki ist ein junger Kerl, der Zeit brauchen wird, sich einzugewöhnen. Und die wird er auch bekommen“, sagt Walther. Der Kölner Teamchef hofft indes, dass Mike Hollo und Lleyton Ullmann am unteren Paarkreuz davon profitieren, dass künftig mehr Verantwortung auf ihren Schulter lastet. „Das kann den beiden noch mal einen Schub in ihrer Entwicklung geben“, glaubt Walther. „Aber letztlich müssen wir einfach abwarten, ob wir den Abgang von Tom wirklich auffangen können.“ Denn der Engländer beendete die Hinrunde immerhin mit einer Bilanz von 12:6 Siegen im Einzel und bildete mit Ullmann zudem der stärkste Kölner Doppel (5:1 Siege).
Hinzu kommt, dass die Kölner zwar mit geringem Rückstand auf die Aufstiegsplätze in die Rückrunde gehen – aber auch mit wenig Vorsprung auf die Teams hinter ihnen. „In der Tabelle liegt alles unglaublich eng beisammen“, sagt Walther. „Und das spiegelt sich auch in den einzelnen Partien wider, in denen jeder jeden schlagen kann.“ Dieser Trend wird sich in der Rückrunde nochmals verstärken. Denn vor allem die letzten drei Teams der aktuellen Tabelle könnten in der Rückrunde zur Aufholjagd ansetzen – und das Tabellenbild durcheinanderwirbeln. Schlusslicht SV Union Velbert verpflichtete im Winter den international erfahrenen Italiener Jordy Piccolin sowie den Schweden Anders Eriksson. Aufsteiger Oldenburger TB, am 25. Januar erster Gegner des FC im neuen Jahr, holte mit Yan Sheng und Yaroslav Zhmudenko zwei Topleute hinzu. Und der 1. FC Saarbrücken-TT II profitiert davon, dass ein Großteil seines TTBL-Teams auch in der 2. Bundesliga einsatzberechtigt ist. Nominell sind die Saarländer das stärkste Team der Liga. „Der Ausgang der Liga ist vollkommen offen. Es kann noch fast alles passieren“, glaubt Walther. Für seinen FC bedeutet das: Better safe than sorry. Die Kölner möchten sich zunächst lieber nach unten absichern. Gleichwohl wollen sie um den maximalen sportlichen Erfolg spielen – und im Idealfall auch ins Rennen um die Zweitliga-Meisterschaft eingreifen.
Große Bedeutung kommt dabei dem Rückrunden-Start zu, der richtungsweisend ist: Nach dem Heimspiel gegen Oldenburg am 25. Januar, das allerdings nicht in der beschädigten Sporthalle des Apostelgymnasiums stattfinden kann [LINK], reist Köln am 7. Februar zum TSV Windsbach. In der Hinrunde gewannen die Geißböcke die Partien gegen die beiden Aufsteiger. In der Rückrunde wollen sie diese Erfolge nun wiederholen.
Come on, FC!









