Mittelfranken war für das Zweitliga-Team des 1. FC Köln kein gutes Pflaster: Ihr Doppelspieltag mit Partien beim TSV Windsbach sowie beim TV Hilpoltstein endete für die Kölner am vergangenen Wochenende ohne Punkte. Die beiden Spiele verliefen extrem unterschiedlich, aber gleichermaßen ernüchternd für die Geißböcke: Bei Tabellenführer Windsbach kassierte der FC am Samstag die 0:6-Höchststrafe. Tags darauf bei Vorjahres-Meister Hilpoltstein setzte es wiederum die knappste aller möglichen Niederlagen – ein 4:6. „Es war einfach ein extrem bitteres Wochenende für uns“, bilanzierte FC-Teamchef und -Spieler Gianluca Walther nach den Niederlagen, die auch eine Ungeschlagen-Serie von jahresübergreifend fünf Partien beendeten.
Die Begegnung am Samstag bei Drittliga-Aufsteiger Windsbach weckte bei den Kölner Erinnerungen ans Hinspiel. Allerdings mit vertauschten Rollen. „Im Hinspiel ist fast alles für uns gelaufen, diesmal fast alles für Windsbach“, sagte Walther. „Das Spiel lief aus unserer Sicht unglaublich unglücklich.“ Erst vergab das Doppel Tomoki Omoda/Lleyton Ullmann gegen die Routiniers Tokic/David eine gute Siegchance, wenig später Florian Bluhm im Einzel gar eine sehr gute: Bluhm hatte im Abwehrer-Duell mit dem formstarken Polen Jakub Folwarski Matchball – und vergab. Auch der Schlusspunkt unter der 0:6-Pleite war aus Kölner Sicht schmerzhaft: Lleyton Ullmann spielte im Generationen-Duell mit dem ehemaligen slowenischen Weltklassespieler Tokic herausragend. Doch auch dafür gab es keinen Lohn – sondern die dritte Fünf-Satz-Niederlage des Abends. „Eine 0:6-Klatsche lässt vermuten, dass der Einsatz gefehlt hat oder die Leistung extrem schlecht war. Das war aber nicht der Fall“, sagte Gianluca Walther, der nach über drei Stunden Spielzeit jedoch auch feststellte: „Windsbach ist natürlich der verdiente Sieger.“
Schon am nächsten Nachmittag bot sich den Kölner die Gelegenheit zur Wiedergutmachung. Und es schien, als könnten die Geißböcke diese Chance beim TV Hilpoltstein nutzen. Köln gewann beim Vorjahres-Meister zunächst beide Eingangsdoppel in fünf Sätzen, ehe sich Florian Bluhm mit einem weiteren Fünf-Satz-Erfolg für die Hinspiel-Niederlage gegen Danzer revanchierte. Am Nachbartisch lag Tomoki Omoda im Aufeinandertreffen mit seinem Landsmann Hayato Miki ebenfalls klar auf Siegkurs. Omoda führte in seinem ersten Einsatz im FC-Trikot 2:0 nach Sätzen und 7:2 im dritten Durchgang, wenig später hatte er Matchball. „Eigentlich hatte Tomoki schon gewonnen, es stand 4:0 und sah nach einer überragenden Reaktion auf die Niederlage aus“, sagte Gianluca Walther. Es kam anders. Omoda verlor noch in fünf Sätzen. Was die Vorentscheidung hätte sein können, wurde zur Wende der Partie.
Zwar verteidigte Ullmann am unteren Paarkreuz mit einer starken Leistung und einem knappen Sieg gegen den Dänen Buch Andersen noch den Zwei-Punkte-Vorsprung zum zwischenzeitlichen 4:2. Doch die Partie kippte zusehends: Am oberen Paarkreuz gingen Bluhm (gegen Miki) und Omoda (gegen Danzer) ohne Satzgewinn vom Tisch. Die Spiele am unteren Paarkreuz begannen dann mit einem weiteren Rückschlag. Mike Hollo musste seine Partie gegen Buch Andersen vorzeitig beenden und sich letztlich kampflos geschlagen geben. Schon in den Tagen vor dem Doppel-Spieltag hatte dem Kölner Leistungsträger eine Sehnenentzündung in der Schulter zu schaffen gemacht. „Er wurde fitgespritzt für die Spiele“, sagte Walther. Sah es zunächst noch nach Besserung aus, brach die Verletzung im Spiel gegen Hilpoltstein wieder auf. „Er hatte noch Hemmungen und nach hinten raus auch Schmerzen. Es war die richtige Entscheidung, das Spiel sofort zu beenden“, sagte Walther. Die letzte Hoffnung auf zumindest einen Punktgewinn lag schließlich auf Lleyton Ullmann. Und es passte zum gesamten Wochenende, dass den Kölnern auch diese Gelegenheit durch die Hände glitt. Der Deutsche Jugendmeister unterlag dem jungen Tschechen in fünf Sätzen. Für Köln endete das Wochenende in Mittelfranken ohne Punkte.
Come on, FC!
Die Ergebnisse im Überblick:
TSV Windsbach – 1. FC Köln 6:0
Bojan Tokic/Petr David – Tomoki Omoda/Lleyton Ullmann 3:2 (8:11, 11:5, 11:8, 17:19, 11:7)
Tom Schweiger/Daniel Rinderer – Mike Hollo/Gianluca Walther 3:0 (11:9, 11:6, 11:7)
Tom Schweiger – Tomoki Omoda 3:0 (11:8, 11:4, 11:7)
Jakub Folwarski – Florian Bluhm 3:2 (11:6, 7:11, 10:12, 12:10, 11:5)
Bojan Tokic – Lleyton Ullmann 3:2 (11:9, 5:11, 13:11, 10:12, 11:8)
Petr David – Gianluca Walther 3:1 (9:11, 11:8, 11:4, 12:10)
TV Hilpoltstein – 1. FC Köln 6:4
Matthias Danzer/Martin Buch Andersen – Tomoki Omoda/Lleyton Ullmann 2:3 (13:11, 9:11, 11:8, 8:11, 13:15)
Hayato Miki/Jan Valenta – Mike Hollo/Gianluca Walther 2:3 (11:13, 7:11, 12:10, 12:10, 6:11)
Hayato Miki – Tomoki Omoda 3:2 (8:11, 12:14, 11:9, 13:11, 11:4)
Matthias Danzer – Florian Bluhm 2:3 (10:12, 11:9, 5:11, 11:9, 6:11)
Martin Buch Andersen – Lleyton Ullmann 2:3 (11:13, 11:7, 9:11, 12:10, 9:11)
Jan Valenta – Mike Hollo 3:0 (11:3, 12:10, 11:6)
Hayato Miki – Florian Bluhm 3:0 (11:6, 11:9, 11:9)
Matthias Danzer – Tomoki Omoda 3:0 (11:9, 11:9, 11:4)
Martin Buch Andersen – Mike Hollo 3:0 (15:13, 11:3, 11:0)
Jan Valenta – Lleyton Ullmann 3:2 (10:12, 11:7, 2:11, 11:6, 11:7)









