Daniel Mertens schrieb einen Artikel für die Kölnische Rundschau, welcher in der heutigen Dienstag-Ausgabe veröffentlicht wurde:

 

„Wir können oben mitspielen“

Tischtennis: FC-Neuzugang Tobias Hippler freut sich auf die Heimspielkulisse

ndm2020_doppel-2Köln. Ein Nationalspieler für den 1. FC Köln: Mit der Verpflichtung von Tobias Hippler ist dem Tischtennis-Zweitligisten ein Coup gelungen. Der 21-Jährige zählt zum Perspektivkader der deutschen Nationalmannschaft und wechselt wie bereits berichtet zur neuen Saison vom TuS Celle in die Domstadt. Dabei kennt sich Hippler im Rheinland bereits bestens aus, denn der freigestellte Sportsoldat der Bundeswehr trainiert seit geraumer Zeit am Deutschen Tischtennis-Zentrum in Düsseldorf und lebt auch in der Landeshauptstadt. Auch in seinem neuen Team wird Hippler kaum Zeit zur Eingewöhnung brauchen: „Ich kenne die Jungs schon lange.“ So war Lennart Wehking einst sein Jugendtrainer im niedersächsischen Tischtennis-Verband. Und mit FC-Spieler Gianluca Walther gewann er im März die Bronzemedaille im Doppel-Wettbewerb bei den Deutschen Meisterschaften in Chemnitz.

In der kürzlich abgebrochenen Zweitliga-Saison standen sich Hippler und der FC hingegen noch an der Platte gegenüber. Beim 5:5 in der Hinrunde unterlag Hippler gegen Walther knapp mit 2:3 und setzte sich später gegen Damien Eloi mit 3:1 durch. Das Duell in der Rückrunde fiel schließlich dem Corona-Virus zum Opfer. Da Celle keine Lizenz für die kommende Zweitliga-Spielzeit beantragte und daher als Absteiger feststand, machte sich Tobias Hippler auf die Suche nach einem neuen Verein und wurde mit dem FC schnell fündig. „Ich möchte mich für einen Erstliga-Verein empfehlen und eine bessere Bilanz im oberen Paarkreuz haben“, nennt der Kölner Neuzugang seine Ziele für die kommende Spielzeit. Mit 10:16 fällt die Einzel-Bilanz Hipplers in dieser Saison negativ aus, was jedoch vor allem dem 6:12 am Ende der Hinrunde geschuldet war. Die Rückrunde beendete Hippler ausgeglichen mit 4:4. Es darf davon ausgegangen werden, dass Hippler beim FC im oberen Paarkreuz starten wird, weswegen entweder Damien Eloi oder Gianluca Walther nach unten rutschen werden.

„Wir haben im kommenden Jahr eine sehr gute Mannschaft“, merkt Hippler an, „vom Potenzial her können wir oben mitspielen, ohne aber ein Favorit zu sein. Die Liga ist sehr ausgeglichen.“ Vor allem freut sich Tobias Hippler auch auf die Heimspielkulisse: „Köln hat eine der lauteren Hallen der 2. Liga.“ Mittel- bis langfristig traut er dem FC auch den Sprung in die Bundesliga zu: „Mit einem Fußballverein im Rücken ist das grundsätzlich auch sicher möglich, anders als zum Beispiel in Celle.“

Hippler selbst schielt in der ferneren Zukunft auf die Tischtennis-Weltmeisterschaften und die Olympischen Spiele. Bevor Covid-19 das öffentliche wie sportliche Leben ausbremste, nahm er Anfang März noch an der U21-Europameisterschaft im kroatischen Varazdin teil. Im Einzel schied er jedoch schon in der zweiten Gruppenphase aus, im Doppel und Mixed schaffte er jeweils den Sprung ins Viertelfinale, wo jedoch jeweils mit 2:3 das Aus folgte. „Mit etwas Glück wären ein bis zwei Medaillen möglich gewesen“, ärgert sich Hippler im Rückblick. Weitere Turniere in diesem Sommer, etwa in Slowenien, Italien und Thailand, fielen aufgrund der Corona-Pandemie aus.

Nun hofft Hippler, dass es im September wie geplant mit der Zweitliga-Saison weitergehen kann. In der Vorbereitung hat er im Vergleich zu seinen neuen Teamkollegen einen großen Vorteil: Als Berufssportler durfte er fast die ganze Zeit über weiter trainieren, wenn natürlich auch unter strengen Hygiene-Auflagen. „Einzig in den ersten drei Wochen konnte ich nur bei meinem Nationalmannschaftskollegen Ruwen Filus im Keller trainieren“, merkt er schmunzelnd an. Zwei Einheiten pro Tag absolviert Tobias Hippler derzeit in Düsseldorf, dazu auch Kraft und Athletik-Einheiten. Einmal die Woche will er zudem mit seinen Kölner Teamkollegen trainieren. Einer erfolgreichen Saison steht dann eigentlich nichts mehr entgegen.

 

Text: Daniel Mertens

Foto: Richard Stüwe

26.05.2020 Allgemein Gianluca Walther

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