Der Nachwuchs des FC ist so ehrgeizig wie international. Die jungen Talente arbeiten an sich, haben große Ziele, aber auch einen Plan B.

Von Bernd Imgrund

Kölsche Jungs sind sie alle, die Nachwuchstalente des FC. Aber in Köln geboren wurde nur Yannick Rodeit, der in Deutz aufwuchs. Rahdeen Haghighat hingegen stammt aus England. Wegen einer neuen Arbeitsstelle seiner Mutter kam er nach Deutschland und landete in Köln. Tischtennis hat er mit seinem Bruder auf dem heimischen Esstisch gelernt. Als dieser zu klein wurde, besuchte er ein Training des FC. Die schöne, große Halle an der Biggestraße, die kompetenten Trainer und die professionelle Atmosphäre bewogen ihn dazu, in den Verein einzutreten.

712a39bf-7258-40ef-828b-d0504114ecefÄhnlich begeistert erzählt Miron Brykulskyi vom FC

Der Junge aus Odessa besuchte Jahr für Jahr seine in Köln lebende Oma und verband diese Aufenthalte mit Trainingseinheiten in Lindenthal. Als sich seine Mutter entschloss, vor dem Krieg in der Ukraine zu fliehen, war Köln ihr Ziel. Und Miron wurde ein kleiner Geißbock.

Yannick Rodeit hat seine ersten Schritte als Tischtennisspieler, wie so viele Jugendliche heutzutage, auf einer Betonplatte im Freien absolviert.

Weil sich seine Begeisterung mit einem ansprechenden Talent paarte, entschloss er sich zum Vereinsbeitritt. Wie seine Kumpels begeistert auch er sich für die tollen Platten, Netze und ganz allgemein für die Trainingsbedingungen beim FC. „Tischtennis ist ein Einzelsport, das gefällt mir“, sagt Yannick, der besonders auf seine oft spielentscheidende Rückhand stolz ist.

Vorhandcrack Rahdeen mag am Tischtennis, dass es neben der Technik und Kampfkraft auch um Taktik geht.

„An der Platte spielt man nicht nur, man muss auch nachdenken, um zu gewinnen.“ Miron wiederum schätzt die Power seiner Topspins und sein schnelles Reaktionsvermögen. An seinem Blockspiel jedoch muss er nach eigener Einschätzung noch feilen, und ebenso an seiner oft zu aufrechten Haltung, die schnelles Umschalten verhindert. Auch Yannick will in dieser Hinsicht flexibler werden, während Rahdeen seine Schlägerhaltung und Aufschläge bemängelt.

Wenn konsequent an den Mängeln gearbeitet wird, soll es hoch hinausgehen für die Jungs. Yannick träumt von der Oberliga, Rahdeen sieht sich später in der Bundesliga. Und für Miron soll es sogar irgendwann zu einer Weltmeisterschaft gehen. Dafür trainiert das Trio im Schnitt vier bis fünf Mal die Woche – wenn beim ein oder anderen nicht gerade Nachhilfestunden anstehen. Für den Fall, dass es nichts wird mit der Sportlerkarriere, schmieden die drei bereits Alternativpläne. Während Miron auf Programmieren und Wohndesign steht, möchte Rahdeen irgendwann als Architekt Häuser bauen. Yannick wiederum passt dann auf, dass dabei nichts krumm läuft: Er will Staatsanwalt werden.

Auszug aus dem GeißbockEcho (das offizielle Clubmagazin für Mitglieder des 1. FC Köln)

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Nachruf: Christian Effertz